SaschaSchmidt.de Politisch-Theologischer Blog über Gott und die Welt

18Aug/13Off

Fairnopoly oder der Einstieg in ein faires Wirtschaftssystem

Ein großes Ziel der ÖDP ist Transparenz im Politikalltag. Transparenz im Wirtschaftsalltag hat sich eine ganz andere Organisation als eines ihrer Ziele gesetzt:
die Fairnopoly eG

Das ist der Name einer neuen Unternehmung, die sich kein geringeres Ziel gesetzt hat, als den dicken Fischen der Online-Marktplätze, den e...s und A....en das Leben etwas schwerer zu machen. Nicht aus Missgunst sonder um einen Beitrag zu einem fairen Wirtschaftssystem zu leisten.

Unbestritten, im Online-Handel ist noch Geld zu verdienen. Auch wahrscheinlich nicht zu leugnen ist, dass der eine Platzhirsch mit seinem Standort in Leipzig in den letzten Monaten des öfteren negativ in der Presse war. Gemein ist der etablierten Konkurrenz, dass es sich um Kapitalgesellschaften mit dem Ziel der Gewinnmaximierung handelt. Fairnopoly setzt da an und sagt, es muss doch möglich sein, Handel über Internetplattformen fair zu gestalten. Das beinhaltet sowohl die Mitarbeiterbehandlung - laut aktueller Satzung darf das höchste Gehalt nicht mehr als drei mal höher sein als das niedrigste - als auch die Mittelverwendung (dazu gleich mehr) und die Schwerpunktsetzung im Verkauf (nachweislich fair gehandelte Artikel ziehen nur die halbe Verkaufsprovision nach sich).

Für die Gewinnaufteilung - sollte sie denn eintreten - haben sich die Gründer ein einfaches wie einleuchtendes Konzept ausgedacht, dass auf deren Blog in Verbindung mit dem gesamten Genossenschaftsmodell ausführlich beschrieben wird. Kurz zusammengefasst, die Gewinne werden zu gleichen Teilen aufgeteilt unter:

  • den Eigentümern, also Genossenschaftsmitgliedern
  • den Gründungshelfern, also Haupt- und Ehrenamtlichen die in der Gründungsphase für das Unternehmen aktiv geworden sind
  • Spenden für Vereinigungen, die sich dem Ziel der Transparenz verschrieben haben und
  • den Rücklagen, mit deren Hilfe auch eine Zukünftige Expansion des Unternehmens finanziert werden soll.

Mal sehen, ob Fairnopoly sich etablieren kann. Aktuell kann man sich als Nutzer registrieren und Artikel zum Verkauf anbieten - der eigentliche Verkauf wird aber wohl nicht vor Mitte September starten. Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit wären nicht völlig unangebracht, aber ein Erfolg würde mich um so mehr freuen. Je mehr ich mich mit dem Gedanken beschäftige, desto einleuchtender scheint mir die Idee, dass so große Bereiche unseres Lebens, wie zum Beispiel der Online-Handel, in der Hand der Bürger sein sollten und die Dominanz einzelner Investoren oder Konzerne ausgeschlossen. Eine andere Initiative, auch als Genossenschaft in Berlin gegründet, hat sich zum Ziel gesetzt, die Konzession zum Betrieb des Berliner Strom-Netzes zu erhalten. Was kommt als nächstes? Eine Genossenschaft, die die Deutsche Bahn übernimmt und dafür sorgt, dass öffentlicher Personennahverkehr in Deutschland wieder zum Wohle der Bürger gestaltet wird?

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22Feb/12Off

Die dritte industrielle Revolution

Irgendwann zwischen September und November 2011 (die genaue Ausgabe weiß ich leider nicht mehr) wurde in einem Artikel des Handelsblatt für ein neues Buch von Jeremy Rifkin geworben: Die dritte industrielle Revolution.
Mein Interesse war sofort geweckt, aber es war Anfang 2012, bevor ich mir das Buch dann tatsächlich besorgt und gelesen habe. Es hat sich durchaus gelohnt, die Zeit zu investieren, konnte ich doch einige neue Gedanken oder zumindest Gedanken-Zusammenstellungen mitnehmen.

Rifkin beschreibt in dem Buch ein Bild der nächsten etwa 50 Jahre. Wir haben gerade die Weltwirtschaftskrise von 2008 hinter uns gelassen, schon stecken wir in der nächsten Krise: Euro-Schuldenkrise. Er stellt einen Zusammenhang her zwischen dem Ende des Ölzeitalters und eben diesen, immer häufigeren, Krisen. Die Frage, die er beantworten will, ist, was die Konsequenz aus Klimawandel und der Endlichkeit fossiler Energieträger auf unser Handeln sein sollte.
Wie der Titel des Buches schon sagt, zählt Rifkin bisher zwei industrielle Revolutionen - das Zeitalter der Kohle, Dampfmaschinen, Telegraphen und der Eisenbahn sowie das Ölzeitalter mit dem Protagonisten Automobil - und beschreibt in seinem Buch, wie die dritte industrielle Revolution aussehen könnte. Fünf Säulen sind danach nötig und müssen zeitgleich realisiert werden, damit es "funktioniert":

  1. Umstieg auf erneuerbare Energien
  2. Gebäudebestand zu Kleinkraftwerken ausbauen
  3. Speichertechnologien (z.B. Wasserstoff) in Gebäuden und Mobilität implementieren um überschüssige Energie zu speichern
  4. Nutzung von Internet-Technologie für dezentralen Energieaustausch und
  5. Umstellung der Fahrzeugflotte auf Brennstoffzellen- und Elektroantriebe, die an ein Smart-Grid angeschlossen werden können

Einen großen Schwerpunkt legt Rifkin auf Dezentralisierung, weg von den Zentralen Machtapparaten der Wirtschaft und Energieerzeugung hin zu regional verteilten Systemen.
Um das alles realisieren zu können, schlägt er auch vor, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik (Entropie) in Wirtschaftsmodelle mit aufzunehmen. Dadurch könnten Folgen des Wirtschaftens für die Umwelt internalisiert werden.
Die Folge der Dezentralisierung ist für Rifkin generell eine viel weitere Vernetzung und eine Verschiebung oder neu-Definition des Eigentum-Begriffs. Besitz oder Eigentum werden demnach eine zunehmend untergeordnete Rolle gegenüber Zugangsrechten zu den Netzwerken spielen.
Interessant bzw. herausfordernd ist seine abschließende Zukunftsvision für die Zeit nach etwa 2050, eine Zeit, die er das kolaborative Zeitalter nennt. Dann, so Rifkin, werden dank fortgeschrittener Automatisierung keine Massen an Industriearbeitern mehr gebraucht und der dritte Sektor wird Schwerpunkt der Beschäftigung sein. Zwar hatte er das wohl nicht beabsichtigt, aber meine erste Assoziation zu diesem Thema (einer Zeit, in der alle wesentlichen Problem beseitigt wären - es handelt sich ja um eine Zukunftsvision) sind die degenerierten Zukunftsmenschen (wegen intellektueller Unterforderung) in H.G. Wells "Die Zeitmaschine".

Zusammenfassend würde ich sagen, die Lektüre lohnt sich für jeden politisch interessierten Menschen, der sich ernsthaft Gedanken über die Zukunft macht. Ob man jetzt allen Thesen des Buches zustimmt ist zweitrangig, die Gedanken, die angestoßen werden sind jedenfalls interessant. Gerade die fünf Säulen seines Modells klingen für mich allerdings sinnvoll.

Übrigens hat sich bereits 2008 Sigmar Gabriel, damals Bundesumweltminister, zu diesem Thema geäußert. So sehr viel hat sich seit dem leider wohl nicht mehr getan - zumindest habe ich nichts neueres gefunden. Aber auch Gabriel stellt in seiner Rede fest, dass Evolution, also einfach Weiterentwicklung, nicht reicht, dass vielmehr eine Revolution nötig ist. Darin stimmt er mit Rifkin überein.

15Feb/12Off

Ein Ziel

Herzlich willkommen! Es freut mich, heute den Startschuss abgeben zu dürfen. Es geht los, ab sofort versuche ich mich hier, regelmäßig zu äußern. Politisch, theologisch oder auch ganz anders. Mein Anlass? Ich bin ein politisch denkender Mensch, Mitglied der ödp. Und ich bin Christ. Wenn ich jetzt noch dazu sage, dass ich Regenerative Energien studiert habe, dann sind damit auch die Themen umrissen: Wertepolitik, Einsatz erneuerbarer Energien, Themen der Kirche und der Umweltpolitik. Sicher wird mir mal ein Text durch dieses Raster fallen, aber im großen und ganzen solle damit abgesteckt sein, worum es hier geht.

Sascha SchmidtDarf ich mich vielleicht noch kurz vorstellen?
Mein Name ist Sascha Schmidt, 1983 geboren. Aufgewachsen bin ich in Bayern, momentan pendle ich zwischen NRW und Niedersachsen.

 

 

 

Ach ja, mehr als auf alle Themen die ich so im Kopf habe für diesen Blog freue ich mich auf den Austausch mit Ihnen! Lassen Sie mich wissen, was Sie zu dem denken, was ich schreibe. Ich bin nicht so schlau, dass ich mit meinem Wissen etwas wesentliches zum Internet beitragen könnte. Etwas wesentliches kann erst dann entstehen, wenn Austausch stattfindet.  Viel Spaß!

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