SaschaSchmidt.de Politisch-Theologischer Blog über Gott und die Welt

22Jun/14Off

Die Energiewende darf nicht scheitern!

Der Bundestag wird in der kommenden Woche über die Neufassung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) beschließen. Herauszugreifen aus diesem Entwurf ist der Vorschlag, die EEG-Umlage in Zukunft für alle Anlagen und auch für den Eigenverbrauch anzusetzen. Das Ziel, mit diesen Reformen Energie bezahlbar zu machen, dürfte grandios scheitern. Vielmehr wird an einer Umverteilung von unten nach oben festgehalten. Der Bürger zahlt, Konzerne werden von der Umlage befreit. Das scheint ein allgemeines Problem unserer sogenannten Volksvertreter zu sein, dass sie sich mehr dafür interessieren, was RWE, EnBW, EON oder Vattenfall sagen als dafür, was der Wähler tatsächlich will.

18Aug/13Off

Fairnopoly oder der Einstieg in ein faires Wirtschaftssystem

Ein großes Ziel der ÖDP ist Transparenz im Politikalltag. Transparenz im Wirtschaftsalltag hat sich eine ganz andere Organisation als eines ihrer Ziele gesetzt:
die Fairnopoly eG

Das ist der Name einer neuen Unternehmung, die sich kein geringeres Ziel gesetzt hat, als den dicken Fischen der Online-Marktplätze, den e...s und A....en das Leben etwas schwerer zu machen. Nicht aus Missgunst sonder um einen Beitrag zu einem fairen Wirtschaftssystem zu leisten.

Unbestritten, im Online-Handel ist noch Geld zu verdienen. Auch wahrscheinlich nicht zu leugnen ist, dass der eine Platzhirsch mit seinem Standort in Leipzig in den letzten Monaten des öfteren negativ in der Presse war. Gemein ist der etablierten Konkurrenz, dass es sich um Kapitalgesellschaften mit dem Ziel der Gewinnmaximierung handelt. Fairnopoly setzt da an und sagt, es muss doch möglich sein, Handel über Internetplattformen fair zu gestalten. Das beinhaltet sowohl die Mitarbeiterbehandlung - laut aktueller Satzung darf das höchste Gehalt nicht mehr als drei mal höher sein als das niedrigste - als auch die Mittelverwendung (dazu gleich mehr) und die Schwerpunktsetzung im Verkauf (nachweislich fair gehandelte Artikel ziehen nur die halbe Verkaufsprovision nach sich).

Für die Gewinnaufteilung - sollte sie denn eintreten - haben sich die Gründer ein einfaches wie einleuchtendes Konzept ausgedacht, dass auf deren Blog in Verbindung mit dem gesamten Genossenschaftsmodell ausführlich beschrieben wird. Kurz zusammengefasst, die Gewinne werden zu gleichen Teilen aufgeteilt unter:

  • den Eigentümern, also Genossenschaftsmitgliedern
  • den Gründungshelfern, also Haupt- und Ehrenamtlichen die in der Gründungsphase für das Unternehmen aktiv geworden sind
  • Spenden für Vereinigungen, die sich dem Ziel der Transparenz verschrieben haben und
  • den Rücklagen, mit deren Hilfe auch eine Zukünftige Expansion des Unternehmens finanziert werden soll.

Mal sehen, ob Fairnopoly sich etablieren kann. Aktuell kann man sich als Nutzer registrieren und Artikel zum Verkauf anbieten - der eigentliche Verkauf wird aber wohl nicht vor Mitte September starten. Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit wären nicht völlig unangebracht, aber ein Erfolg würde mich um so mehr freuen. Je mehr ich mich mit dem Gedanken beschäftige, desto einleuchtender scheint mir die Idee, dass so große Bereiche unseres Lebens, wie zum Beispiel der Online-Handel, in der Hand der Bürger sein sollten und die Dominanz einzelner Investoren oder Konzerne ausgeschlossen. Eine andere Initiative, auch als Genossenschaft in Berlin gegründet, hat sich zum Ziel gesetzt, die Konzession zum Betrieb des Berliner Strom-Netzes zu erhalten. Was kommt als nächstes? Eine Genossenschaft, die die Deutsche Bahn übernimmt und dafür sorgt, dass öffentlicher Personennahverkehr in Deutschland wieder zum Wohle der Bürger gestaltet wird?

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18Nov/12Off

Aktuelle Entwicklungen

Das letzte halbe Jahr war voll. Leider nicht hier im Blog. Aber sonst. Seit September wohne ich jetzt in Bremen. Für mich, für uns eine große Veränderung - aber eine gute. Und jetzt wird es Zeit, hier im Blog etwas aufzuholen.

Den persönlichen Einschnitt, den Umzug in den Norden, habe ich zum Anlass genommen, mich politisch stärker zu engagieren. Leider gibt es aktuell die ÖDP in Bremen noch nicht wirklich. Weniger als eine Hand voll Mitglieder reicht nicht mal zur Gründung eines Landesverbandes. Das muss sich ändern -  denn ohne Landesverband ist es leider auch nicht möglich, z.B. nächstes Jahr an der Bundestagswahl teilzunehmen. Wer an Wochenenden aufmerksam durch die Bremer Fußgängerzone geht (und das auch noch zur richtigen Zeit) der kann mich hier deshalb antreffen, wenn ich Werbung für die ÖDP mache. Aus zwei Gründen:

  1. Aus meinem Glauben an Jesus Christus heraus. Nein, die ÖDP ist keine christliche Partei. Trotzdem sehe ich in den Themen, die vertreten werden, also insbesondere die Familien- und Wertepolitik und die Umweltpolitik (Stichwort: Schöpfungsbewahrung) mehr Übereinstimmung mit meinen christlichen Überzeugungen als bei irgend einer anderen Partei. Ich bin überzeugt, dass Gott nicht die Welt und uns Menschen gemacht hat, nur dass wir zu der Erkenntnis gelangen, dass wir hier eigentlich nicht hingehören. Ja, als Christ habe ich eine Hoffnung, die über diese Welt hinaus geht - aber nicht diese Welt ausschließt. Als Mensch lebe ich auf diesem Planeten und sehe es als meine Aufgabe an, mich dafür einzusetzen, dass diese Erden lebenswert bleibt - und zwar auch durch bessere Politik.
  2. Auf Grund meiner beruflichen Ausbildung. Ich bin Ingenieur für Umwelttechnik, genauer für Erneuerbare Energien bzw. Windenergie - aus Überzeugung. Es sind so viele Gefahren, so hohe Kosten mit den konventionellen Energien verbunden, außerdem sind die konventionellen Energiequellen, so ergiebig sie auch sein mögen, endlich. In zeitlichen Maßstäben der Erde ist das für erneuerbare Energien nicht der Fall. Deshalb mache ich mich stark für eine komplette Energiewende. Selbst die IEA hat laut Tagesschau inzwischen festgestellt, dass wir jetzt handeln müssen und uns nicht länger mit dem schon erreichten oder mit "in 20 Jahren" herausreden dürfen. Insgesamt gab es erfreulicher Weise einige Veröffentlichungen zu dem Thema in letzter Zeit. Erwähnenswert ist auch der Artikel "Studie zu Energiekosten - Das Märchen vom teuren Ökostrom" in der Süddeutschen Zeitung. Das Forum ökologisch-soziale Marktwirtschaft hat außerdem "im Auftrag von Greenpeace Energy und dem Bundesverband WindEnergie die Studie 'Was Strom wirklich kostet'" veröffentlicht, zu finden auf http://www.foes.de
    Das Thema ist also wirklich aktuell, glücklicher Weise. Trotzdem ist es nicht damit getan, darüber zu reden. Lassen Sie uns lieber darüber reden, was wir heute tun können!

Um beides zu vertreten, versuche ich, ÖDP in Bremen zu etablieren. Deshalb ist meine Bitte an alle (Bremer) Leser, sich das Grundsatzprogramm der ÖDP durchzulesen, zu lesen, was sonst so auf der Homepage der ÖDP steht, und dann beizutreten.

14Mrz/12Off

Landtagswahlen in NRW

Heute hat der Landtag in Düsseldorf seine Auflösung beschlossen. Eine gute Gelegenheit, um eine Partei zu wählen, die nicht abhängig von Konzernspenden ist, eine unabhängige Partei, der es darum geht, den Menschen in den Vordergrund zu stellen, faire Politik für Menschen von heute zu machen: ödp
Meine Bitte an Sie: gehen Sie zur Wahl. Geben Sie der ödp Ihre Stimme für eine gerechte Zukunft.

3Mrz/12Off

Stromkennzeichnung

Übersicht Stromkennzeichnung

Seit einiger Zeit ist in Deutschland die sogenannte Stromkennzeichnung für Energieversorger verpflichtend. Genaueres dazu ist im Energiewirtschaftsgesetz von 2005 geregelt, besonders in § 42, auf den auch alle Versorger die ich mir angeschaut habe, verweisen. Da Deutschland mehr oder weniger von vier großen Energieversorgern versorgt wird, habe ich mir deren Stromkennzeichnungen angeschaut:

 

  1. EnBW
  2. E.On
  3. RWE und
  4. Vattenfall

Die Zahlen, die ich unten gegenüberstelle, stammen auch alle von den oben verlinkten Seiten, abgerufen am 03.03.2012.

Interessant zu sehen ist, dass alle vier noch die Zusammensetzung des Strommixes von 2010 angeben. Das ist rechtlich nach EnWG völlig in Ordnung, ich frage mich nur, wieso sie das tun. Es sollte doch ein leichtes sein, die jeweils aktuelle Zusammensetzung herauszufinden und zeitnah zu veröffentlichen. Zweifelsohne interessiert einen potentiellen Kunden nicht die Stromzusammensetzung von 2010, sondern die aktuelle Stromzusammensetzung. Haben die vier großen Angst vor Vergleichbarkeit?

Apropos Vergleichbarkeit: Hier eine aus den oben verlinkten Seiten gewonnene Zusammenstellung (die sich, wie schon erwähnt, auf 2010 bezieht):

EnBW E.On RWE Vattenfall
Kernkraft 42,0% 22,7% 20,3% 5,2%
Kohle 32,0% 36,9% 55,0% 69,0%
Erdgas 3,0% 10,6% 3,7%
Sonstige fossile Energien 3,0% 3,8%
Sonstige erneuerbare Energien 4,0% 7,1% 1,8% 25,8%
EEG-geförderte erneuerbare Energien 16,0% 18,9% 19,2%

Die Grafik zeigt die vier großen Versorger, alphabetisch von innen nach außen. Da Vattenfall die Stromzusammensetzung leider nicht so detailliert gliedert wie die anderen, sind in der Grafik alle fossilen Energieträger als Kohle dargestellt, alle erneuerbaren Energien als "sonstige Erneuerbare Energien". Wie man sieht, kommen alle Versorger inzwischen (also, 2010, versteht sich) auf einen Anteil von mindestens 20% am Strommix. Schön wäre natürlich, wenn dieser Anteil noch deutlich steigen und der Anteil an fossilen Energieträgern und Kernenergie gegen Null gehen würde. Dafür wäre es aber meines Erachtens nötig, das komplette Konzept der Energieversorgung von zentraler Erzeugung und Verteilung auf dezentrale Erzeugung und Einspeisung des Überschusses umzustellen.

Natürlich kann man sich auch heute schon von Ökostrom-Anbietern zu 100% aus erneuerbaren Energien versorgen lassen. Das sehe ich als sehr positiv - aber damit allein ist es noch nicht getan. Man hört in den Medien immer wieder, wie massiv die Stromnetze ausgebaut werden müssten um mit der Entwicklung der erneuerbaren Energien Schritt zu halten. Die alternative wäre vielleicht die oben erwähnte dezentrale Erzeugung. Dezentral ist aber dem Ansatz nach schon so zu verstehen, dass sich viele beteiligen und nicht nur vier. Privathaushalte betreiben Photovoltaik-Anlagen, Blockheizkraftwerke, Kleinst-Windkraftanlagen und speisen den Überschuss ins Netz ein.

Fragen an meine Leser:

  • Wie können die Energiekonzerne a) die Dezentralisierung anschieben und b) daran partizipieren und nicht daran zerbrechen?
  • Können wir den Sprung in eine regenerative Energieversorgung schaffen?
  • Sollte man zu Ökostromanbietern wechseln oder lieber Ökostrom-Angebote der Konzerne nutzen um deren Marktmacht zu unterstützen und hoffen - man weiß es ja nicht - dass sie gute Entscheidungen treffen?
29Feb/12Off

Solarförderung gekürzt

Was soll man jetzt dazu sagen? Gut, es war ja abzusehen nach den Medienberichten der letzten Tage. Heute meldete dann tagesschau.de Vollzug: Kabinett beschließt Kürzungen beim Sonnenstrom.
Was mich am Meisten dabei wundert ist, dass dieser Artikel so schnell wieder in der Versenkung verschwunden ist. Offensichtlich ist die Änderung der Nutzungsbedingungen bei google wichtiger als die Energieversorgung in Zukunft. Gut, das ist überspitzt. Aber wieso wird die Förderung gestrichen? Auf der Internetseite der Bundesregierung heißt es, zur Anpassung an die gesunkenen Marktpreise und um die EEG-Umlage stabil zu halten. Zwar stimmt es wohl, dass die Marktpreise gesunken sind, aber trotzdem wird ja nur dann eine Photovoltaikanlage gebaut, wenn davon ein wirtschaftlicher Erfolg zu erwarten ist. Ich glaube ja, dass es der Bundesregierung viel mehr um den zweiten Punkt, die EEG-Umlage, geht, und dass das schon wieder Wahlkampf und nicht Sachpolitik ist. Durch Verringerung der Einspeisevergütung bleibt zwar dann die EEG-Umlage stabil, viel wichtiger ist aber, dass dann weniger als möglich für den Umstieg in erneuerbare Energien getan wird. Vielleicht sollte man stattdessen mal außerplanmäßig die Subventionen für die Kohle-Industrie senken? Oder ist da die Lobby der großen Konzerne zu stark?

In einem älteren Blog-Beitrag habe ich den Gedanken einer dritten industriellen Revolution von Jeremy Rifkin vorgestellt. Zur Erinnerung: Es waren fünf Säulen, die laut Rifkin zeitgleich in Kraft gesetzt werden müssen. Ich weise darauf hin, da ich denke, dass das Problem mit der Solarförderung ist, dass es sich dabei nur um eine Säule handelt. Dadurch entstehen Kosten (wohlgemerkt nicht einmal für den Staat, sondern für die Konzerne und den Bürger!). Statt sich jetzt dem Lobby-Druck zu beugen und den Zubau faktisch zu begrenzen, sollte die Bundesregierung lieber daran arbeiten, die anderen Säulen auch nur annähernd so gut zu fördern, wie es im EEG bisher für den Umstieg auf erneuerbare Energien der Fall war. Damit wäre aus meiner Sicht schon viel erreicht. Mehr jedenfalls als mit dieser Kürzung. Wie seht Ihr das? Und, was seid Ihr bereit, für die Zukunft der erneurbaren Energien zu zahlen?

28Feb/12Off

Kommen Christen in den Himmel?

Die Frage, ob Christen in den Himmel kommen erübrigt sich, jedem erfahrenen Kirchgänger oder sonstigen Christen ist klar, dass das das eine, ganz große Ziel ist, um das es geht. So habe ich es auch gelernt, warum also darüber nachdenken?

Die Frage ist aber: Ist es tatsächlich so? Kommen Christen in den Himmel, und wenn ja, was ist der Himmel überhaupt? Ehrlich gesagt habe ich mich das trotz gründlicher christlicher Sozialisation ab und an gefragt, besonders das letzte. Jesus sagt z.B. in Mk. 12,18ff auf spezielle Anfrage hin, dass die Menschen, wenn sie auferstehen, nicht mehr heiraten werden oder sich heiraten lassen sondern sein werden wie die Engel im Himmel. Das heißt doch, es wird ganz anders sein, eine andere Realität. Für mich war es immer ein Ziel, zu heiraten, etwas, das zum Leben dazugehört. Und dann soll das wohl bedeutungslos sein?

Diese Bibelstelle setzt übrigens auch die Auferstehung mit "in den Himmel kommen" gleich. Denke ich zumindest. Dass man das gesamt-biblisch betrachtet auch anders sehen kann, zeigt Tom Wright, ehemaliger anglikanischer Bischof, in seinem Buch "Von Hoffnung überrascht". Er wirft einen genaueren Blick auf das Christentum unserer Zeit und findet mehr Platonismus als typisch christliche Hoffnung. Indem er die biblischen Texte in ihrem zeitlichen Kontext betrachtet, schafft er es, Mut zu machen für ein Leben im hier und jetzt, für Schöpfungsbewahrung und die Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde. Gott hat die Schöpfung angesehen und mit dem Attribut "sehr gut" ausgezeichnet. Auch wenn ich noch nicht alles zu Ende gedacht habe, hat Wright mir eine neue Perspektive vermittelt, eine Perspektive, aus der "Auferstehung" mehr ist, als als Körper-lose Seele in den Himmel zu kommen. Mein nächster Schritt ist, mit diesem Blick mal die Bibel zu lesen. Was ist dran an seinen Aussagen?

Auf eine Zusammenfassung des Buches verzichte ich, dass hat der Autor
dieses Blogs schon ausgeführt. Allen, die jetzt dem Buch eine Chance geben wollen, gebe ich noch eins mit auf den Weg: Den ersten von drei Teilen fand ich ausgesprochen langweilig, fast hätte ich nicht weiter gelesen. Nicht entmutigen lassen! Der Rest ist deutlich spannender.

Und wie sieht es jetzt mit dem Himmel aus? Kommen Christen in den Himmel oder nicht? Ich denke doch! Aber nach der Lektüre von Wrights Buch wage ich, auf mehr zu hoffen, nämlich auf den neuen Himmel und die neue Erde, nach Offenbarung 21. Und bis dahin kann es gut und gerne ein Ziel sein, diese erste Erde zur Ehre Gottes zu pflegen und erhalten.

22Feb/12Off

Die dritte industrielle Revolution

Irgendwann zwischen September und November 2011 (die genaue Ausgabe weiß ich leider nicht mehr) wurde in einem Artikel des Handelsblatt für ein neues Buch von Jeremy Rifkin geworben: Die dritte industrielle Revolution.
Mein Interesse war sofort geweckt, aber es war Anfang 2012, bevor ich mir das Buch dann tatsächlich besorgt und gelesen habe. Es hat sich durchaus gelohnt, die Zeit zu investieren, konnte ich doch einige neue Gedanken oder zumindest Gedanken-Zusammenstellungen mitnehmen.

Rifkin beschreibt in dem Buch ein Bild der nächsten etwa 50 Jahre. Wir haben gerade die Weltwirtschaftskrise von 2008 hinter uns gelassen, schon stecken wir in der nächsten Krise: Euro-Schuldenkrise. Er stellt einen Zusammenhang her zwischen dem Ende des Ölzeitalters und eben diesen, immer häufigeren, Krisen. Die Frage, die er beantworten will, ist, was die Konsequenz aus Klimawandel und der Endlichkeit fossiler Energieträger auf unser Handeln sein sollte.
Wie der Titel des Buches schon sagt, zählt Rifkin bisher zwei industrielle Revolutionen - das Zeitalter der Kohle, Dampfmaschinen, Telegraphen und der Eisenbahn sowie das Ölzeitalter mit dem Protagonisten Automobil - und beschreibt in seinem Buch, wie die dritte industrielle Revolution aussehen könnte. Fünf Säulen sind danach nötig und müssen zeitgleich realisiert werden, damit es "funktioniert":

  1. Umstieg auf erneuerbare Energien
  2. Gebäudebestand zu Kleinkraftwerken ausbauen
  3. Speichertechnologien (z.B. Wasserstoff) in Gebäuden und Mobilität implementieren um überschüssige Energie zu speichern
  4. Nutzung von Internet-Technologie für dezentralen Energieaustausch und
  5. Umstellung der Fahrzeugflotte auf Brennstoffzellen- und Elektroantriebe, die an ein Smart-Grid angeschlossen werden können

Einen großen Schwerpunkt legt Rifkin auf Dezentralisierung, weg von den Zentralen Machtapparaten der Wirtschaft und Energieerzeugung hin zu regional verteilten Systemen.
Um das alles realisieren zu können, schlägt er auch vor, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik (Entropie) in Wirtschaftsmodelle mit aufzunehmen. Dadurch könnten Folgen des Wirtschaftens für die Umwelt internalisiert werden.
Die Folge der Dezentralisierung ist für Rifkin generell eine viel weitere Vernetzung und eine Verschiebung oder neu-Definition des Eigentum-Begriffs. Besitz oder Eigentum werden demnach eine zunehmend untergeordnete Rolle gegenüber Zugangsrechten zu den Netzwerken spielen.
Interessant bzw. herausfordernd ist seine abschließende Zukunftsvision für die Zeit nach etwa 2050, eine Zeit, die er das kolaborative Zeitalter nennt. Dann, so Rifkin, werden dank fortgeschrittener Automatisierung keine Massen an Industriearbeitern mehr gebraucht und der dritte Sektor wird Schwerpunkt der Beschäftigung sein. Zwar hatte er das wohl nicht beabsichtigt, aber meine erste Assoziation zu diesem Thema (einer Zeit, in der alle wesentlichen Problem beseitigt wären - es handelt sich ja um eine Zukunftsvision) sind die degenerierten Zukunftsmenschen (wegen intellektueller Unterforderung) in H.G. Wells "Die Zeitmaschine".

Zusammenfassend würde ich sagen, die Lektüre lohnt sich für jeden politisch interessierten Menschen, der sich ernsthaft Gedanken über die Zukunft macht. Ob man jetzt allen Thesen des Buches zustimmt ist zweitrangig, die Gedanken, die angestoßen werden sind jedenfalls interessant. Gerade die fünf Säulen seines Modells klingen für mich allerdings sinnvoll.

Übrigens hat sich bereits 2008 Sigmar Gabriel, damals Bundesumweltminister, zu diesem Thema geäußert. So sehr viel hat sich seit dem leider wohl nicht mehr getan - zumindest habe ich nichts neueres gefunden. Aber auch Gabriel stellt in seiner Rede fest, dass Evolution, also einfach Weiterentwicklung, nicht reicht, dass vielmehr eine Revolution nötig ist. Darin stimmt er mit Rifkin überein.

15Feb/12Off

Ein Ziel

Herzlich willkommen! Es freut mich, heute den Startschuss abgeben zu dürfen. Es geht los, ab sofort versuche ich mich hier, regelmäßig zu äußern. Politisch, theologisch oder auch ganz anders. Mein Anlass? Ich bin ein politisch denkender Mensch, Mitglied der ödp. Und ich bin Christ. Wenn ich jetzt noch dazu sage, dass ich Regenerative Energien studiert habe, dann sind damit auch die Themen umrissen: Wertepolitik, Einsatz erneuerbarer Energien, Themen der Kirche und der Umweltpolitik. Sicher wird mir mal ein Text durch dieses Raster fallen, aber im großen und ganzen solle damit abgesteckt sein, worum es hier geht.

Sascha SchmidtDarf ich mich vielleicht noch kurz vorstellen?
Mein Name ist Sascha Schmidt, 1983 geboren. Aufgewachsen bin ich in Bayern, momentan pendle ich zwischen NRW und Niedersachsen.

 

 

 

Ach ja, mehr als auf alle Themen die ich so im Kopf habe für diesen Blog freue ich mich auf den Austausch mit Ihnen! Lassen Sie mich wissen, was Sie zu dem denken, was ich schreibe. Ich bin nicht so schlau, dass ich mit meinem Wissen etwas wesentliches zum Internet beitragen könnte. Etwas wesentliches kann erst dann entstehen, wenn Austausch stattfindet.  Viel Spaß!

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